Ein interkulturelles Projekt zum Thema Wasserknappheit

Das Projekt

Die Grundwasservorräte der Erde sind endlich. In vielen Regionen der Welt sinken die nutzbaren Wasserreservoirs. Die Folgen für die Menschen weltweit sind dramatisch.
Ein interkulturelles Kunstprojekt hat auf die weltweit sinkenden Grundwasserspiegel aufmerksam gemacht: Unter dem Titel „Keine Handbreit Wasser“ wurden 100 historische Holz-Paddelboote über den Huy getragen und in einer Ausstellung gezeigt.
Im Rahmen dieser Ausstellung, die am 29. August eröffnet und bis Oktober 2021 in Huy-Neinstedt zu sehen war, wurden mehrere Podiumsgespräche veranstaltet. Landwirte, Naturschützer und Ökologen diskutierten auf diesen Veranstaltungen das Thema Wasserknappheit in der Welt und deren Folgen. Die Themen, Ideen und daraus resultierende Anregungen und Arbeiten bildeten die Grundlage für die Ausstellung in der Scheune, die laufend ergänzt und erweitert wurde.

Ablauf

Boote über den Huy tragen

Rund 80 Freiwillige haben 30 historische Holzpaddelboote am 24. Juli 2021 über die knapp 15 Kilometer lange Strecke von Halberstadt nach Huy-Neinstedt getragen.

Ausstellungseröffnung

Die historischen Holzpaddelboote wurden in Huy-Neinstedt in einer alten Scheune in der Installation „Keine Handbreit Wasser” gezeigt. Diese Ausstellung wurde am 29. August 2021 um 16 Uhr eröffnet.

Podiumsdiskusionen

Die Ausstellung „Keine Handbreit Wasser” wurde von vier Podiumsgesprächen begleitet.
Landwirte, Naturschützer und Ökologen diskutierten auf diesen Veranstaltungen das Thema Wasserknappheit in der Welt und deren Folgen.

1. 29.08.2021, 18 Uhr
2. 04.09.2021, 14 Uhr
3. 10.09.2021, 18 Uhr
4. 24.09.2021, 18 Uhr

Die debattierten Themen und daraus resultierende Ideen, Anregungen und Arbeiten bildeten die Grundlage für die Ausstellungen, die laufend ergänzt und erweitert wurde.

Ausstellungsende

Das Kunst- und Umweltprojekt „Keine Handbreit Wasser” endete am 2. Oktober, 18 Uhr, mit einer Finissage.
Als „Bonbon“ obendrauf gab es an dem Abend noch ein Tanzkonzert mit der jungen, international besetzten Band „Cumbia Casselera“ aus Kassel.
Infos zur Finissage
Ausstellungsobjekte

0
Boote
0
Bootträger
0
aktive Besucher
0
Online-Teilnehmer

Ein Einstieg in die Thematik sinkender Grundwasserspiegel und Dürreperioden: Was wir über den Klimawandel wissen - Was und wen wollen wir mit unserem Projekt erreichen?

 1. Podiumsdiskussion
29.08.2021, 18 Uhr

Joanna Hirschberg lebt und arbeitet in Huy-Neinstedt. Sie betreibt dort gemeinsam mit ihrem Mann Lienhard Wegewitz den biozertifizierten Landwirtschaftsbetrieb 'tausendblatt' in Peramkultur.

Sahir Safaya und Sana Kalaji (Mutter und Tochter) sind geflüchtete Syrierinnen aus Aleppo und leben jetzt in Halberstadt. Sahir Safaya berichtet aus ihrer eigenen Erfahrung, wie sie die Wasserknappheit im Krisengebiet erlebt hat. Sana Kalaji hat ihr Abitur in Halberstadt abgeschlossen und erhielt kürzlich ein Schülerstipendium „Grips Gewinnt“ der Joachim Herz Stiftung in Hamburg. Sie hat sich bereits in der Schule mit dem Thema Recycling beschäftigt und nimmt im August in Berlin an einem Seminar Zukunftsforum „Umwelt nachhaltig gestalten” teil.

Odinaka Uche Okolo aus Nigeria ist Masterstudent „Global Political Economy and Development” am International Centre for Development and Decent Work (ICDD) an der Universität Kassel. Er engagiert sich unter anderem als aktives Mitglied in der „Fridays for Future“-Bewegung.

Marviento Rios Bolaños aus Mexiko ist Masterstudentstudent „Visuelle Kommunikation“ an der Kunsthochschule Kassel mit Schwerpunkt Film und Trickfilm. Er arbeitet für „Keine Handbreit Wasser” an einem Trickfilm zum Thema 'Sinkender Grundwasserspiegel im Huy’.

Michael Schmidt aus Cremlingen am Elm ist diplomierter Geograph und ist Direktor der Amtshof Eicklingen Planungsgesellschaft der LEADER-Region „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“. Darüber hinaus ist der Vorharz- und Huyenthusiast Manager der LEADER Region rund um den Huy.

Ilka Leukefeld moderiert das Podiumsgespräch. Sie ist freischaffende Künstlerin und Initiatorin der 100-Boote-Karawane über den Huy und hat ihre akademische, künstlerische Ausbildung in London absolviert.

Globale politische Ökonomie der Wasserknappheit –
Menschen im weltweiten Klimawandel
– und ja, auch mitten im Huy

 2. Podiumsdiskussion
04.09.2021, 14 Uhr

Jeannine Tabea Schach (Jurastudentin) und Luca Hielscher (Umweltstudien Klimaschutz und Klimawandel) aus Halberstadt. Beide waren Organisatorinnen der ersten „Fridays for Future“- Aktionen in Halberstadt 2019 /2020.

Prof. Dr. Andrea Heilmann (Dozentin an der Hochschule Harz in Wernigerode). Ihr besonderes Interesse gilt der Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung im Bereich Klimaschutz, Umwelttechnik sowie Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement.

Oliver Wendenkampf (Diplombiologe/Meereskunde) ist Vorsitzender des Landesverbandes NaturFreunde Deutschlands, Sachsen-Anhalt. Er befürwortet Projekte zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Sachsen-Anhalt.

Odinaka Uche Okolo aus Nigeria (Studium Master „Global Political Economy and Development“ am International Centre for Development and Decent Work (ICDD) an der Universität Kassel) lebt seit 2018 in Deutschland. Der Student hat Kurse in globaler politischer Ökologie und Klimanachhaltigkeit belegt und hilft bei der Organisation des Klimacamps in Kassel. Außerdem ist er dort aktives Mitglied der Fridays for Future Bewegung.

Justus Hallegger (Studium Master „Global Political Economy and Development“ am International Centre for Development and Decent Work (ICDD) an der Universität Kassel). Der Halberstädter engagiert sich bei „Scientists for Future“ und unterstützt „Fridays for Future“ in Kassel. Justus Hallegger hat die 100 Boote für die Huy-Karawane am 24. Juli und die Ausstellung „Keine Handbreit Wasser” zur Verfügung gestellt.

Simon Schairer (Übersetzer Arabisch und Englisch, Masterstudent „Global political Economy and Development“ an der Universität Kassel) moderiert das Podiumsgespräch.

Drei Kontinente – Vertrocknete Erde
Nigeria, Mexiko und Deutschland im Vergleich

 3. Podiumsdiskussion
10.09.2021, 18 Uhr

Dr. Paul Dörfler aus Kemberg (Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt) ist promovierter Naturwissenschaftler, freischaffender Autor und Umweltschützer. Er verfasste mehrere Umweltstudien zur ökologischen Situation in der DDR, die vor 1989 nicht veröffentlicht werden durften. 1989 gehörte er zu den Mitbegründern der Grünen Partei in der DDR. Heute setzt er sich im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland vor allem für den Schutz der Elbe und des UNESCO-Welterbes ein.

Anneli Eva Borgmann aus dem Schachdorf Ströbeck (Halberstadt) ist diplomierte Geoökologin. Seit 2000 ist die Bündnisgrüne für die Organisation Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) in Sachsen-Anhalt als Referentin tätig. Sie bringt sich darüber hinaus als Stadträtin, Kreistagsabgeordnete und Ortschaftsratsmitglied in Ströbeck ein.

Odinaka Uche Okolo aus Nigeria (Studium Master „Global Political Economy and Development" am International Centre for Development and Decent Work an der Universität Kassel) lebt seit 2018 in Deutschland. Der Masterstudent hat Kurse in globaler politischer Ökologie und Klimanachhaltigkeit belegt und hilft bei der Organisation des Klimacamps in Kassel. Außerdem ist er dort aktives Mitglied der „Fridays for Future“-Bewegung.

Marviento Rios Bolaños ist Masterstudent für Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel. Marviento Rios Bolaños arbeitet für „Keine Handbreit Wasser” an einem Trickfilm zum Thema „Sinkender Grundwasserspiegel im Huy“, der am Tag der Finissage der Huy-Neinstedter Ausstellung am 2. Oktober gezeigt wird. Des Weiteren hat der Student am Programm des Klimacamps von Extinction Rebellion in Berlin vor dem Bundestag und am Potsdamer Platz mitgewirkt.

Justus Hallegger (Studium Master „Global Political Economy and Development“ am International Centre for Development and Decent Work an der Universität Kassel) moderiert die Podiumsdiskussion. Er engagiert sich bei „Scientists for Future“ und unterstützt „Fridays for Future“ in Kassel. Justus Hallegger hat die 100 Boote für die Huy-Karawane am 24. Juli und die Ausstellung „Keine Handbreit Wasser” zur Verfügung gestellt.

Wo ist unser Wasser?
Dürre im Vorharz und Huy –
betroffene Landwirte und die Bevölkerung berichten

 4. Podiumsdiskussion
24.09.2021, 18 Uhr

Ulrich Kundler aus Halberstadt ist Diplomingenieur für Wasserwirtschaft. Er ist auf verschiedenen Ebenen der Wasserwirtschaftsverwaltung beziehungsweise für den Gewässerschutz tätig.

Susan Sziborra-Seidlitz aus Quedlinburg ist Landesvorsitzende der Grünen in Sachsen-Anhalt, und seit 2021 Landtagsabgeordnete. Sie arbeitet als Krankenschwester am Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben in Quedlinburg.

Thomas Handrick ist seit 1992 Öko-Landwirt in Klein Quenstedt.Er engagiert sich im ökologischen Anbauverbandes „Verbund Ökohöfe” und ist Mitglied des erweiterten Vorstandes vom „Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V.“ (BÖLW).

Hannah Schairer ist Masterstudentin für Physische Geographie: Klima und Umweltwissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg. Sie unterstützt aktiv die Fridays for Future-Bewegung und der Extinction Rebellion-Bewegungen.

Ilka Leukefeld, künstlerische Leiterin des Projektes „Keine Handbreit Wasser”, moderiert das Podiumsgespräch. Sie ist freischaffende Künstlerin und Initiatorin der 100-Boote-Karawane über den Huy und hat ihre akademisch künstlerische Ausbildung in London absolviert.

Film zur Aktion

Wir unterstützen den Spendenaufruf von Fridays for Future für die Opfer der Hochwasserkatastrophe.
Aktion Deutschland hilft: DE62 3702 0500 0000 1020 30
Deutsches Rotes Kreuz: DE63 3702 0500 0005 0233 07
Technisches Hilfswerk: DE03 3705 0198 1900 4433 73

Galerie

80 Boot-Träger haben 30 historische Holzboote am 24. Juli 2021 über den Huy von Halberstadt bis nach Huy-Neinstedt getragen. Für die 15 Kilometer lange bergige Strecke waren die Träger ca. sechseinhalb Stunden unterwegs. Die restlichen Boote wurden mit Bootanhängern transportiert, so dass insgesamt 100 Boote den Huy passiert haben. „Es war ein ringsum schöner Tag und wir hoffen, dass wir mit der Aktion, regional, bundesweit und vielleicht  auch international Menschen dazu bewegen können, in Aktion zu treten und für unsere Umwelt zu kämpfen. Es ist unsere Aufgabe, jetzt aktiv zu werden“, fordert die künstlerische Leiterin des Projekts, Ilka Leukefeld.
Dieses Projekt wird gefördert durch: